Amanda war ein schönes Kind

Mündlich überliefert
Notenbild
1. Amanda war ein schönes Kind
fünf Jahre kaum vorüber,
den Finger steckt sie in den Mund,
die Mutter schimpft darüber.
Den Finger hat sie stets im Mund
und das ist gar nicht schön,
drum bleiben alle Leute stehn,
wenn sie Amanda sehn:
„Amanda, Amanda, Amanda tu die Hand da weg,
Amanda, Amanda, Amanda tu sie weg!”
3. Amanda schritt zum Traualtar
mit zartem Myrtenkranz.
Die Hochzeit wurd gefeiert da
in Pracht und Eleganz;
und als Amanda schlafen ging
mit ihrem Herrn Gemahl,
da tönte aus dem Schlafgemach
ein Riesenmordsskandal:
„Amanda ...”
2. Amanda wuchs zur Jungfrau ran,
ward keusch und unberührt;
da lernt sie kennen einen Mann,
mit dem hat sie bussiert.
Er wollt sie küssen auf den Mund
in heißer Liebesglut —
Amanda hält die Hand davor,
es fehlte ihr der Mut.
„Amanda ...”
4. Amanda war verheiratet
wohl an die dreißig Jahr.
Die Liebe hat sich abgekühlt,
ihr Mann kriegt graues Haar;
und was er früher gern gewollt,
das wird ihm heut zuviel,
drum ruft er mit Entsetzen aus,
wenn sie noch einmal will:
„Amanda ...”
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