Wach auf, meins Herzens Schöne

Anonym, 16. Jhdt.
Notenbild
1. Wach auf, meins Herzens Schöne,
zart Allerliebste mein!
Ich hör ein süß Getöne
von kleinen Waldvöglein.
Die hör ich so lieblich singen,
ich mein, ich säh' des Tages Schein
vom Orient her dringen.
3. Der Himmel tut sich färben
aus weißer Farb in blau.
Die Wolken tun sich färben
aus scharzer Farb in grau.
Die Morgenröt' tut herschleichen;
wach auf, mein Lieb, und mach mich frei!
Die Nacht will mir entweichen.
2. Ich hör die Hahnen krähen,
ich spür den Tag dabei.
Die kühlen Winde wehen,
die Sternlein leuchten frei.
Singt uns Frau Nachtigalle,
singt uns ein süße Melodei,
sie meld't den Tag mit Schalle.
4. Selig der Tag und Stunde,
darin du bist geborn.
Gott grüß mir dein roten Munde,
den ich mir hab auserkorn.
Kann mir kein Lieb're nit werden,
schau, dass mein Lieb nit sei verlorn!
Du bist mein Trost auf Erden.
Aus Richards Liederseiten: www.liederseiten.de